Projekt: Faustlos
Gewaltprävention durch Förderung sozial-emotionaler Kompetenzen
Spielerische Raufereien gehören zum Alltag von Kindern. Sowohl die Kriminalstatistik als auch
Medien und Fachzeitschriften weisen jedoch darauf hin, dass die Kinder- und Jugendkriminalität in
den letzten fünfzehn Jahren deutlich zugenommen hat. Besonders besorgniserregend ist, dass die
Täter immer jünger werden. Auch wenn neun von zehn Jugendlichen Gewalt nach wie vor ablehnen
und sich entsprechend verhalten, sind Kinder heute häufiger dazu bereit, zu Mitteln der Gewalt zu
greifen als früher.
Ca. zwei Prozent der Kinder an Kindergärten und Schulen sind aufgrund ihres impulsiven und
aggressiven Verhaltens gefährdet, und für die Lehrkräfte und Erzieherinnen zur Belastung geworden.
Das Thema Gewalt und Aggression unter Kindern und Jugendlichen ist in den letzten Jahren immer
mehr ins Zentrum der Öffentlichkeit und der wissenschaftlichen Diskussion gerückt. Die sich
abzeichnende Entwicklung verlangt zunehmend nach Lösungen im Sinne von Intervention und vor allem
in Sinne von Prävention, denn Präventionskonzepte scheinen sowohl langfristig erfolgreicher als auch
deutlich kostengünstiger zu sein als Interventionsmaßnahmen.
Diese präventiven Maßnahmen müssen vor allem zwei Voraussetzungen erfüllen:
Sie müssen zum einen möglichst früh in der Entwicklung von Kindern ansetzen und müssen zum
Anderen über die Entwicklungszeit der Kinder hinweg kontinuierlich eingesetzt werden.
Die drei Einheiten von Faustlos
Empathieförderung
In den Empathielektionen lernen die Kinder, eigene Gefühle wahrzunehmen und zu erkennen, aber auch sich in
andere hineinzufühlen und emotional auf Andere einzugehen, indem sie die Perspektive einer anderen Person einnehmen.
Impulskontrolle
In fünf Schritten zur Problemlösung wird ein konstruktiver Umgang mit Impulsen trainiert.
Umgang mit Ärger und Wut
Ärger und Wut sind normale und wichtige Facetten unseres Gefühlslebens. Diese Gefühle werden erst dann zu einem
Problem, wenn sie zu körperlicher oder verbaler Gewalt führen.
Faustlos arbeitet deshalb auf den konstruktiven Umgang mit Ärger und Wut hin. In den entsprechenden Lektionen
wird die Selbstwahrnehmung der Kinder gefördert, sie lernen positive Selbstverstärkungen zu gebrauchen und
diese mit Beruhigungstechniken zu verbinden. Stark ist, wer mit seinen Gefühlen umgehen kann und nicht
in die Ärger- und Wut-Fallen hineinläuft.